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05. Oktober 2017

„Hungern war gestern“: Ehemalige Germany’s Next Topmodel- Kandidatin zu Gast am FEG

Kera Cook Foto // Geiling

-gesponsort vom Förderverein des FEG-

In ihrem Vortrag zum Thema Essstörungen und Selbstwahrnehmung berichtete Kera Cook von ihren eigenen Erfahrungen im Modelbusiness und ihrer dadurch ausgelösten Essstörung. Am Montag, den 25. September hielt sie vor aufmerksam folgenden Schülerinnen der 7.-10. Klassen im Bistro des Friedrich-Ebert-Gymnasiums einen spannenden und interaktiven Vortrag über den Einfluss von medial verbreiteten Schönheitsidealen.

Am Anfang ihres Vortrags berichtete die 29-Jährige authentisch, wie ihre Essstörung ausgelöst wurde. So führten die Trennung der Eltern und ihre überdurchschnittliche Körpergröße dazu, dass sie kaum Selbstbewusstsein hatte und sie sich in der Schule nie zugehörig fühlte. Als Teenager bewarb Kera sich für einen Modelworkshop, denn sie lechzte nach Anerkennung und wollte berühmt sein. Um Erfolg zu haben musste sie aber stark abnehmen. Also begann sie mit Diäten, hungerte, ging immer öfter ins Fitnessstudio. Doch je weniger sie aß, umso mehr Fressattacken bekam sie. Eine Bulimie manifestierte sich. "Ich war lange Zeit essgestört und habe zwei Klinikaufenthalte hinter mir", gestand Kera offen.

Nach ihrem Rausschmiss aus GNTM arbeitete sie dann auch als "Plus Size-Model" - als "Plus Size" zählt man übrigens ab Kleidergröße 38!

Das Ex- Model ging im Verlauf ihres Vortrags auch auf die sozialen Medien und Netzwerke, wie Twitter, Snapchat, Instagram und YouTube ein, denn die sind heutzutage ein fester Bestandteil eines Teenagerlebens - die anwesenden Erwachsenen staunten nicht schlecht, als alle der anwesenden Mädchen zugaben, mindestens eine der beliebten Plattformen zu nutzen. Kera machte deutlich, dass viele der online veröffentlichten "Fakten" reine Selbstdarstellung sind und nicht immer der Realität entsprechen.

Sie zeigte dann an einigen Vorher-Nachher-Beispielen, wie durch das Bildbearbeitungs-programm "Photoshop" Fotos von Models so manipuliert werden, dass nicht einmal das Model selbst mehr so aussieht wie das fertige Bild auf dem Cover. Mit Bildbeispielen aus Zeitschriften gelang es dem Ex-Model das Schönheitsideal in Frage zu stellen und sie erklärte zudem, dass "schön sein" nicht zwangsläufig "gesund sein" bedeutet.

Kera gab den Mädchen eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: "Glücklich sein ist das neue Schön. Ein Mensch ist viel mehr als nur sein Aussehen und man sollte sich so akzeptieren, wie man ist. Unsere Beine sind nicht dazu da, um super schlank und schön zu sein, sondern um uns durchs Leben zu tragen. Und unsere Arme haben auch nicht die Funktion, schlank und straff zu sein, sondern sie sind dazu da, die Menschen, die wir lieben, zu umarmen. Vergesst also eure Macken und Fehler, denn diese hat eh jeder von uns und gerade diese Dinge machen jeden Einzelnen von uns zu etwas Besonderem."

Wer sich dafür interessiert, kann Kera Rachel Cook auf Instagram (@kera_rachel_cook) und auf YouTube (Fräulein Cookie) folgen. Dort postet sie alles zum Thema #ichoosetolovemyself, was nun auch ihr Lebensmotto ist.

Wir danken Kera Rachel Cook hier noch einmal im Namen aller Schülerinnen und Lehrer des FEG. Ein Dank geht natürlich auch an den Förderverein, durch dessen Unterstützung die Veranstaltung erst möglich wurde.

Nicole Jones