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16. Dezember 2019

Nachruf: Herr StD. Werner Keller

Im Jahr 1960 konnten nur 15 % der Kinder eines Jahrgangs das Gymnasium besuchen. In Sandhausen mussten alle Kinder für den Besuch weiterführender Schulen nach Heidelberg fahren. Durch die Bildungsoffensive der 60er und 70er Jahre wurde dann 1972 in Sandhausen das Friedrich-Ebert-Gymnasium gebaut, um den Kindern von Leimen, Nußloch, St. Ilgen und Sandhausen endlich einen wohnortnahen Schulbesuch zu ermöglichen.
Herr Studiendirektor Werner Keller war ab 1974 in dieser Aufbauzeit stellvertretender Schulleiter am FEG. Neben seinem eigenen Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Geschichte war er für die Raumplanung, Stundenpläne, Vertretungen und Referendare zuständig.
Innerhalb von nur wenigen Jahren wuchs die Schülerzahl des FEG auf 1.226 Schüler im Schuljahr 1980/81, die sich auf bis zu 6 Klassen pro Stufe verteilten. Überdies wurde noch am FEG an- oder umgebaut. Als stellvertretender Schulleiter organisierte Herr Keller damals souverän die logistische Sisyphusarbeit des Schulalltags, noch ganz ohne Unterstützung durch Computer. Herr Keller betreute auch pro Jahrgang durchschnittlich 10 Referendare.
Eine besondere Herausforderung dieser Zeit war 1980 das erste Abitur am FEG. Schon 1985 gab es über 130 Abiturienten in Sandhausen. – Herr Keller war aber nicht nur kompetenter Organisator des Schulalltags, er unterstützte darüber hinaus mit vollem Einsatz neue Methoden und Techniken, wie z.B. Informatikkurse, Austauschmaßnahmen oder die neuen Overheadprojektoren.
Vor allem durch die Erstellung des Vertretungsplans und den Verleih der Schachbretter war er allen Schülern gut bekannt und stets ein geduldiger Ansprechpartner für alle Schulprobleme. Inzwischen gibt es am FEG schon die Kinder oder gar Enkel der Schüler und Eltern, die mit ihm zusammen die 70er und 80er Jahre am FEG erlebten.
Die ganze Schulgemeinschaft gedenkt mit Herrn Kellers Familie eines außerordentlich engagierten Menschen, der wesentlich zum Bildungsauftrag des Friedrich-Ebert-Gymnasiums beigetragen hat.
C. Kienle