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13. Mai 2020

Schreiben der Ministerin vom 12.5.20

In ihrem Schreiben vom 12.Mai 2020 konkretisiert die Ministerin Maßnahmen zum Ausbau des Präsenzunterrichts an den weiterführenden Schulen.
Das Schreiben an die Schulleitungen wird hier wiedergegeben, wir haben lediglich die für unsere Schulart nicht relevanten Passagen gestrichen.

"Ausbau des Präsenzunterrichts an den auf der Grundschule aufbauenden Schulen

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 4. Mai haben die weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg den Präsenzunterricht in den Klassen der ältesten Schülerinnen und Schüler wieder aufnehmen können. Mit Schreiben vom 20. April 2020 haben wir Ihnen dazu Informationen geschickt. Es freut mich sehr, dass die Rückkehr zum Präsenzunterricht in dieser ersten Stufe so gut und insgesamt reibungslos gelungen ist. Dies ist Ihr Verdienst, das Verdienst der Schulleitungen und der Kollegien. Für Ihren unermüdlichen Einsatz in diesen fordernden Zeiten danke ich Ihnen allen sehr Nun möchte ich Ihnen Eckpunkte zum weiteren Ausbau des Präsenzunterrichts an.allen weiterführenden Schulen im Land mitteilen und dazu, wie alle Klassenstufen nach den Pfingstferien einbezogen werden sollen. Diese Eckpunkte sollen Sie bei der Planung unterstützen. Es bleibt aber dabei, dass Sie Ihre Unterrichtsorganisation dabei mit der notwendigen Flexibilität gestalten können, um den Schülerinnen und Schülern mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten Präsenzunterricht zu ermöglichen. Dabei haben Sie ausdrücklich Freiräume für schulindividuelle Lösungen.

Die Ihnen bereits übermittelten Hygienehinweise, die Hinweise zur Notbetreuung, zum Schulweg und Schülerbeförderung beachten Sie dabei bitte weiterhin.

Die anstehende Ausbaustufe des schulischen Präsenzunterrichts beginnt nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni 2020.

Hierfür gelten folgende Eckpunkte:

1) Grundsätzlich soll der Unterricht so organisiert werden, dass alle Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen und Schularten vor den Sommerferien noch Phasen des Präsenzunterrichts erhalten. Dazu ist im Wochenrhythmus ein rollierendes System der einzubeziehenden Klassenstufen vorzusehen, auf das die Fernlernphasen abgestimmt werden sollen.

2) Präsenzunterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 5 aller Schularten, die bis zu den Pfingstferien noch nicht einbezogen werden konnten, möglichst in den Fächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen sowie in weiteren Fächern je nach räumlicher und personeller Möglichkeit der Einzelschulen vorzusehen.

3) Der Unterricht muss weiter so organisiert werden, dass dem Abstandsgebot und den Hygienevorgaben Rechnung getragen werden kann.

[…]

6) In der Jahrgangsstufe 1 der gymnasialen Oberstufe ist neben den Leistungsfächern und den Basisfächern Deutsch und Mathematik nach Möglichkeit Präsenzunterricht in den weiteren Fächern vorzusehen. In der Jahrgangsstufe 2 ist neben den vierstündigen Fächern nach Möglichkeit Präsenzunterricht in den weiteren Fächern bis zum Ende des Schuljahres vorzusehen. Wichtig ist, dass die Vorbereitung und Durchführung der Prüfungen absolut Vorrang haben.

[…]

8) Die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf alle mündlichen Abschlussprüfungen ist im Unterrichtsgeschehen an der Schule vorrangig.

9) Sportunterricht findet in diesem Schuljahr mit Ausnahme der Jahrgangsstufen 1 und 2 der gymnasialen Oberstufe nicht mehr in Präsenzphasen statt.

10) Im Musikunterricht soll nicht gesungen und es sollen keine Blasinstrumente gespielt werden.

11) Schülerinnen und Schüler in Vorbereitungsklassen sind wie die Klassenstufen 5 bis 8 zu berücksichtigen und in die Planungen einzubeziehen.

12) Für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 7, die dies benötigen, ist bitte weiter die Notbetreuung vorzuhalten.

Ich bitte Sie, bei Ihren Planungen und bei der Durchführung darauf zu achten, dass eine sinnvolle Verzahnung des Fernlern- und Präsenzunterrichts stattfindet.

Die Unterrichtsorganisation erfolgt in einem rollierenden System. Sofern es die Voraussetzungen vor Ort zulassen, sind im wöchentlichen Wechsel für jeweils zwei Klassenstufen Präsenzphasen anzubieten. Ausnahmen bilden die Schülerinnen und Schüler, die dieses oder nächstes Jahr den Abschluss ablegen und seit 4. Mai 2020 zurück an den Schulen sind.

Besonders wichtig ist mir dabei, dass Sie auf eine intensive Förderung für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 auf Niveau G sowie im Förderschwerpunk/Bildungsgang Lernen achten, da wir diese bislang nicht gesondert in der Präsenz miteinbeziehen konnten. Die drei letzten Tage im Schuljahr vom 27. bis 29. Juli gestalten Sie anlassbezogen bitte selbstständig und angemessen.

[...]

Zusätzliche Angebote für Schülerinnen und Schüler, die im Fernlernen schwer erreicht werden
Weiter bin ich Ihnen dankbar, wenn Sie Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen, die im Fernlernunterricht in den vergangenen Wochen nicht oder nur schwer erreicht werden konnten, von ihren Lehrerinnen und Lehrern gezielt über gesonderte Präsenzangebote an den Schulen unterrichten lassen.

Schülerinnen und Schüler mit relevanten Vorerkrankungen gesondert berücksichtigen
Bei Schülerinnen und Schülern mit relevanten Vorerkrankungen entscheiden die Erziehungsberechtigten über die Teilnahme am Präsenzunterricht. Gleiches gilt für Schülerinnen und Schüler, wenn sie in einem gemeinsamen Haushalt mit Personen leben, die einer Risikogruppe angehören. Bitte versorgen Sie Schülerinnen und Schüler, die nicht , am Präsenzunterricht teilnehmen können, in bewährter Weise mit Unterrichtsmaterialien, wie Sie es im Krankheitsfall tun.

Lehrkräfteeinsatz
Es werden alle Lehrkräfte entweder im Präsenz- und / oder im Fernlernunterricht eingesetzt. Diejenigen Lehrerinnen und Lehrer, die nicht im Präsenzunterricht eingesetzt sind, übernehmen den Fernlernunterricht und unterstützen die Lehrkräfte, die Präsenzunterricht erteilen, beispielsweise bei Korrekturen. Lehrkräfte und Schulleitungen der Risikogruppe A (vgl. Schreiben vom 20. April 2020) können freiwillig an der Schule präsent sein, um organisatorische Aufgaben wahrzunehmen oder an mündlichen Prüfungen mitzuwirken. Unterricht im Klassenzimmer erteilen sie hingegen nicht. Teilabgeordnete Lehrkräfte erteilen Präsenzunterricht in der Regel nur an einer Schule. An anderen Dienstorten beteiligen sie sich dann am Fernlernangebot der Schülerinnen und Schüler.

Digitale Unterstützung
Um die Verzahnung des Fernlernunterrichts und des Unterrichts in der Präsenzphase gut aufeinander abzustimmen, können digitale Unterstützungsinstrumente hilfreich sein. Auf folgende Möglichkeiten weisen wir ausdrücklich hin:

- Schulen steht das Lernmanagementsystem Moodle kostenfrei zur Verfügung. Damit ist es u.a. möglich, dass Aufgaben verteilt, Ergebnisse eingesammelt, Materialien zur Verfügung gestellt und Diskussionen in Foren geführt werden. [...]

- Über das Lernmanagementsystem Moodle kann auch die Webinar-Software BigBlueButton eingesetzt werden. Damit können synchrone Phasen des Fernlernens in einer Gruppe durchgeführt werden. Beispielsweise können einführende Vorträge von Lehrkräften übertragen werden. [...]

- Die Medienzentren stellen auf eigenen rechtssicheren Servern in datenschutzrechtlich sicherer Konfiguration JitSi als Videokommunikationssystem für Schulen zur Nutzung zur Verfügung. Damit ist es z. B. möglich, in Gruppen Gespräche zu führen.

- Der sichere Messenger Threema, der stufenweise den Lehrkräften an öffentlichen Schulen zur Verfügung gestellt wird, kann die Kommunikation beispielsweise zwischen den Lehrkräften im Präsenzeinsatz und den Lehrkräften, die die Fernlernphasen betreuen, unterstützen. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter: https://km-bw.de/Messenger

- In der Mediathek des Landes SESAM auf dem Landesbildungsserver und auf dem Landesfortbildungsserver stehen Materialien zur Verfügung, die in Angebote , des Fernlernens integriert werden können.


Informationen zur Leistungsmessung und zu den Zeugnissen
Bezüglich der Leistungsmessung beachten Sie bitte die Corona-Pandemie- Prüfungsverordnung vom 29. April 2020. In den Prüfungsklassen sind bis zum Schuljahresende schriftliche Arbeiten nur insoweit vorzusehen, wie sie pädagogisch noch sinnvoll und für die Notenbildung zwingend geboten sind. Des Weiteren empfehlen wir, sofern Sie Leistungsmessungen durchführen, vorrangig schriftliche Wiederholungsarbeiten gem. § 8 Notenbildungsverordnung (geringerer zeitlicher Umfang bis zu 20 Minuten, Unterrichtsinhalte der unmittelbar vorangegangenen Unterrichtsstunden, nur in angekündigter Form) oder vergleichbare kleinere schriftliche Arbeiten (z.B.Hausarbeiten geringen Umfangs) vorzusehen.

Für die Ausstellung der Zeugnisse sowie Lernentwicklungsberichte werden keine neuen Zeugnismuster erstellt. Stattdessen bitten wir darum, bei fehlenden Leistungsfeststellungen in den Klassenstufen 5 bis zur Eingangsklasse der gymnasialen Oberstufe 10 bzw.11 einen Strich im betreffenden Fach bzw. Prüfungsteil einzutragen und hierzu folgenden Zusatz unter Bemerkungen aufzunehmen: „In / Im ...... fanden keine Leistungsfeststellungen statt.”

Hinweise für Angebote in den Ferien und Ausblick auf das neue Schuljahr folgen
Für die Lernangebote, die die Schulen ihren Schülerinnen und Schülern in den Sommerferien gegebenenfalls machen sollen, sowie für den Unterricht im neuen Schuljahr werden wir Ihnen rechtzeitig die erforderlichen Hinweise übermitteln.

Ich weiß, dass wir Ihnen in der Zeit zwischen den Pfingstferien und den Sommerferien erhebliche organisatorische Aufgaben abverlangen. Dabei ist mir bewusst, dass die schulorganisatorischen Rahmenbedingungen im Einzelfall unterschiedlich sind, weshalb Sie ausdrücklich für schulindividuelle Lösungen den entsprechenden Freiraum zur Gestaltung haben. Ich danke Ihnen sehr für Ihren Einsatz!"

gez. Dr. Susanne Eisenmann