Irlandaustausch 2014-2015  

FEGler auf der Grünen Insel

Irland Rundum

 

FEGler auf der Grünen Insel & irische Schülerinnen und Schüler bei uns & „Republic of Ireland“ im bilingualen Seminarkurs

 

Es gab mehrere Gründe, warum eine Gruppe von 15 Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Ebert-Gymnasiums Sandhausen zusammen mit zwei Lehrerinnen in den Flieger nach Dublin stieg: Eine neue, die vierte, Begegnungsrunde mit den Partnern am Tullamore College in der Provinz Offaly mitten auf der Insel, Themensuche und Recherche für den Seminarkurs „Ireland“ in der Jahrgangsstufe 1 und natürlich interkulturelles Lernen. Soviel vorweg: Allen hat es in Irland sehr gut gefallen! Der Wunsch, nach einer Fortsetzung dieser Begegnungsmaßnahme war und ist überall zu spüren. Und dabei geht es natürlich auch um die praktische Anwendung dessen, was im Englischunterricht gelernt wurde.

 

Dem Erwerb der englischen Sprache wird am FEG selbstverständlich entsprechend der Bildungspläne Rechnung getragen. In der Realität können dann direkt „am passenden Ort“ Englischkenntnisse ausprobiert werden. There we are!

 

Das konnte die Schülergruppe des FEG bei ihrem Besuch in Irland fast ununterbrochen und in der Praxis erfahren. Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen im Bereich der fremden sowie der eigenen Sprache  und Kultur wurden gefordert und gefördert. Die deutschen und die irischen Jugendlichen tauschten sich über vieles aus, worüber Jugendliche eben sprechen, sie hatten viel Spaß  miteinander und in dieser Interaktion wurde auch kritisch reflektiert und manches Vorurteil und Stereotyp hinterfragt.

 

Ireland Revisited:

 

Unter anderem: Unsere Gruppe besuchte das Croke Stadium in Dublin und erhielt eine interessante Führung hinter den Kulissen  des wichtigsten Stadions in der Republik Irland, das gleichzeitig der Hauptsitz der Gaelic Athletic Association (GAA), der größten irischen Sportorganisation, ist. Das Stadion, in dem Gaelic Football, Hurling und Camogie, eine Art Frauenhurling, ein Mannschaftsspiel keltischen Ursprungs, gespielt wird,  war 1920 auch Schauplatz des ersten Bloody Sunday in der jahrhundertelangen, teilweise erbitterten Gegnerschaft zwischen Iren und Briten, als es während eines Gaelic Football Spiels zwischen Dublin und Tipperary zu einem blutigen Massaker mit 14 Toten kam. Als Vergeltung für die Ermordung britischer Agenten hatten britische Truppen in die Zuschauermenge und auf die Spieler gefeuert. Philippe aus dem diesjährigen bilingualen Seminarkurs hat bei dieser Führung sein Thema gefunden: Er hat über die irische Sportart Hurling geschrieben, die eng an das irische Nationalbewusstsein geknüpft ist und alljährlich in der All-Ireland Hurling Championship im Croke Stadium ihren begeisterten Höhepunkt findet. Anfang Juli hat Philippe im Kolloquium seines Seminarkurses zu Hurling alles gegeben und eine Spitzenpräsentation geliefert und er ist keine Antwort schuldig geblieben.

 

Seminarkurs bilingual:

 

Nach dem Kunstunterricht bei dem Kunsterzieher Joe Caslin am Tullamore College hat Ennie ihr Thema für den Seminarkurs neu bestimmt.  „Our Nation´s Sons“ heißt das Projekt, dem sich Joe Caslin seit längerem widmet. Auf seiner Website  joecaslin.com heißt es dazu:  „As a nation we have pushed a significant number of our young men to the very edges of society and created within them feelings of neglect and apathy. It is now time to empower these young lads and give them a sense of belonging.“ Mit riesigen Portraitzeichnungen auf Brücken und Hauswänden an verschiedenen Orten in Irland möchte Joe Caslin auf das Leben junger Männer, die sich eher am Rand der irischen Gesellschaft empfinden, aufmerksam machen. Er schreibt dazu: „I cannot fix the complex problems of apathy and disillusionment by simply sticking a drawing to a wall. However, I can create something more meaningful than any bureaucratic promise and generate a more positive social impact than many published articles, political broadcasts or speeches.“ Das Porträt am Comerford House beim Spanish Arch Site in Galway konnte sich die Gruppe vom FEG bei ihrer Exkursion nach Galway, an der Westküste, dort, wo jenseits des Atlantiks Amerika kommt, ansehen. Ennie hat sich im Rahmen ihrer Arbeit über Irland mit den Fragestellungen und dem Werk von Joe Caslin auseinandergesetzt. Als Joe Caslin Ende Februar 2015 zu einem Besuch nach Sandhausen kam, bot sich Gelegenheit, mit diesem Künstler in einen interessanten Dialog zu treten. Davon konnte Ennie für ihre umfangreiche und wehr fundierte Dokumentation im Seminarkurs „Republic of Ireland“ sehr profitieren. Und wir alle mit ihr.

 

Zurück auf die Insel im Herbst 2014:

 

Im Verlauf ihres Aufenthaltes in Irland gab es für die Gruppe aus Sandhausen noch viele andere Situationen zum Lernen und Staunen: Irische Musik und traditionelle Tänze zur Begrüßung und zum selbst Ausprobieren. Schuluniformen, zu denen schwarze (Leder)-schuhe getragen werden müssen, sonst gibt es Strafen.  Skulpturenpark in Moorlandschaften: Lough Boora Discovery Park. Brotbacken und Schafsböcke, federnder Moorboden – wie lebt es sich auf einem irischen Bauernhof?  Diese Kontaktmöglichkeit kann kein Schulbuch vermitteln; die FEGler lernten ihr Gastland zusammen mit ihren gleichaltrigen Partnern kennen, erfuhren Gemeinsamkeiten und erkannten Unterschiede.  Unterricht geschah bei dieser Begegnungsrunde noch im alten Tullamore College. Die nächste Begegnungsmaßnahme in Irland wird im nagelneuen Schulgebäude stattfinden, das sich gegenwärtig im Bau befindet.

 

Iren in Sandhausen:

 

Vorher aber begaben sich die irischen Schülerinnen und Schüler noch auf die Reise nach Sandhausen: Ende Februar 2015 hieß es da: „Mìle Fàilte!“ Gemeinsame Unternehmungen standen auf dem Programm: Das Bundesligaspiel von TSG Hoffenheim gegen Mainz 05, der obligatorische Besuch in Heidelberg samt Schloss, ein „field trip“ nach Stuttgart ins Porschemuseum und nach Waldebuch zu einem Workshop mit Herstellung von Schokolade bei „Ritter Sport“. Eine gewisse Tradition hat für die Iren ein Besuch im ZKM in Karlsruhe, so dass auch diese Exkursion wieder stattfand. Gemeinsamer Schulbesuch bei uns fand sich ebenfalls auf dem Programm und wurde von den betroffenen Kolleginnen und Kollegen unserer Schule mit großer Bereitschaft getragen. Dafür und an dieser Stelle sei ein herzliches Dankeschön an alle zum Ausdruck gebracht.

 

Und das noch:

 

Was die Lehrerinnen im Vorfeld organisiert haben, was die irischen und die deutschen Schülerinnen und Schüler gemeinsam in der Schule und in den Familien erlebt haben, sind keine leichten Vergnügungsreisen, die Familien der Schülerinnen und Schüler engagieren sich nicht für Beliebiges, sondern die Kontaktpflege auch durch diese Begegnungs-maßnahmen ist eine fundamentale und absolut notwendige für die Gegenwart und Zukunft aller Beteiligten. Das lohnt sich. Übrigens: Ende Februar 2015 kamen nicht nur fünfzehn, sondern zwanzig irische Schülerinnen und Schüler ans FEG. Unser Austausch  im Oktober 2014 war so engagiert und freundlich, dass sich mehr Iren entschlossen haben, zu uns nach Deutschland zu reisen. There we are! Wir freuen uns. Noch besser wäre es freilich, könnten wir nun im Schuljahr 2015/2016 direkt eine neue Austauschrunde mit dem Tullamore College starten. So wie es aussieht, müssen wir uns aber etwas gedulden.

 

 

 

 

 

 


Fotos vom Irlandaustausch mit dem Seminarkurs 2014-15