Grundlegende Informationen  

Informationen zum Bilingualen Zug (Englisch)

Das Friedrich-Ebert-Gymnasium Sandhausen bietet seit dem Schuljahr 2006/07 einen bilingualen Bildungsgang (Englisch) an. Hier soll ein Überblick über dieses Angebot sowohl in der im Februar 2019 neu beschlossenen als auch in der bisherigen Form gegeben werden.

  1. Neue Form des bilingualen Profils am FEG (Eintritt in Klasse 5 ab Schuljahr 2019/2020
  • Grundlagen des bilingualen Unterrichts

Bilingualer Unterricht ist Sachfachunterricht - Erdkunde, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Biologie - der überwiegend in einer Fremdsprache, an unserer Schule auf Englisch, abgehalten wird. Zur Vorbereitung wird in den Klassenstufen 5 und 6 verstärkt Englischunterricht für alle Kinder mit jeweils sechs Stunden unterrichtet. Dadurch werden konsequent alle Sextaner in dem zeitlichen Fenster gefördert, in dem das Erlernen von Sprachen noch besonders leichtfällt.

Erst zum Ende der 6. Klasse fällt die Entscheidung, ob man dauerhaft dem bilingualen Profil angehören möchte. Eine entsprechende Empfehlung wird im zweiten Halbjahr durch die unterrichtenden Lehrkräfte der 6. Klasse ausgesprochen und von den Eltern angenommen. Da mit dem bilingualen Angebot ab der Klassenstufe 7 durchaus ein Mehraufwand verbunden ist, dient die Umstrukturierung zugleich auch dem Schutz der Schüler, die einen anderen Fokus setzen möchten, vor einer denkbaren Überforderung. Man weiß am Ende der 6. Klasse voraussichtlich deutlich besser einzuschätzen, ob man willens und befähigt ist, die speziellen Anforderungen des bilingualen Profils sogar bis zum Abitur erfüllen zu können. Man entscheidet sich für den bilingualen Profil also nicht bereits mit der Anmeldung in Klasse 5.

Die korrekte Anwendung des Englischen im mündlichen und schriftlichen Bereich des Sachfachs (ab Klassenstufe 7) wird angestrebt, benotet werden aber ausschließlich die Kenntnisse im Sachfach. Im Sachfachunterricht unterscheiden sich die Unterrichtsinhalte nicht von denen des nicht-bilingualen Unterrichts; die Unterrichtssprache ist aber vorwiegend Englisch und die Schwerpunkte, Fragestellungen und Materialien streben die natürliche Verwendung der Fremdsprache an. So wird beispielsweise im Fach Geschichte die Industrielle Revolution vor allem aus der englischen Perspektive behandelt. Die Fachbegriffe werden auf Englisch und Deutsch vermittelt. Bei größeren Verständnisproblemen kann auf Deutsch zurückgegriffen werden. Im bilingualen und im nicht-bilingualen Profil gelten die gleichen Bildungsstandards sowohl in Englisch als auch im jeweiligen Sachfach.

  • Was sind die Ziele bilingualen Unterrichts?

Bilingualer Unterricht im eigentlichen Sinn des Wortes ist weltweit lange bekannt und wird beispielsweise in der Schweiz oder in Kanada, also dort, wo verschiedene Sprachgemeinschaften innerhalb einer Nation kommunizieren wollen und müssen, schon seit langem organisiert. Seit Anfang der 90er Jahre wird auch in Baden-Württemberg immer häufiger bilingual unterrichtet. Die Einrichtung internationaler Züge und der Internationalen Abiturprüfung Baden-Württemberg ist Teil der Weiterentwicklung des Fremdsprachenunterrichts nach Einführung der Grundschulfremdsprache. In Koalitionsvereinbarungen in Baden-Württemberg wurde die Förderung des bilingualen Lernens als vorrangiges Ziel der Bildungspolitik genannt. Die Ziele, die sich mit diesem Konzept verbinden, sind vielfältig:

  • erhöhte Fremdsprachenkompetenz durch die Erörterung bedeutsamer Sachverhalte und Problemstellungen aus den Bereichen Erdkunde, Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Naturwissenschaft auf Englisch
  • Entwicklung von Zweisprachigkeit durch die quasi natürliche Verwendung der Fremdsprache mit Fokus auf den inhaltlichen Aspekten des Sachfachs
  • Einsicht in andere fachliche Traditionen und Sichtweisen der Bezugskultur
  • eine Herausforderung für motivierte Schüler, die zu meistern ist
  • eine Qualifikation, die im späteren Berufsleben in einem zusammenwachsenden Europa und in einer globalisierten Welt von zunehmender Bedeutung ist

Alle bisherigen Erfahrungen an anderen Schulen national und international bestätigen die Erwartungen, die in dieses Unterrichtsmodell gesetzt werden. So auch am FEG Sandhausen, wo inzwischen Erfahrungen mit mehreren Abiturjahrgängen die deutlichen Erfolge gerade auch der Schüler im bilingualen Profil zeigen.

  • Wie ist das bilinguale Profil am Friedrich-Ebert-Gymnasium organisiert?

Am FEG beläuft sich die zusätzliche Belastung für die teilnehmenden Schüler im bilingualen Zug (G8) ab Klasse 7 auf sechs zusätzliche Stunden, verteilt auf die Schuljahre 7 bis 10. Nach den bisherigen Planungen ergibt sich folgende Verteilung in der bisherigen sowie in der neuen Profilform im Einzelnen:

Ab der 7. Klasse erhalten die bilingual unterrichteten Sachfächer (Erdkunde, Geschichte, Biologie, Gemeinschaftskunde) je eine Stunde mehr, so dass ein langsameres, konzentrierteres Vorgehen im Vergleich zu den nicht-bilingual unterrichteten Sachfächern ermöglicht werden kann.

In Klassenstufe 9 erhalten die Schüler des bilingualen Profils statt der regulären zwei nun jeweils drei Stunden Unterricht in Geschichte und Biologie, der bilingual erteilt wird. Mit dem Abschluss der Sekundarstufe erhalten Absolventen des bilingualen Bildungsganges ein Zertifikat des Kultusministeriums Baden-Württemberg, in dem ihnen die Teilnahme und der Umfang des Unterrichts bescheinigt werden.

Schulorganisatorisches Strukturmodell: "Internationales Abitur Baden-Württemberg": Schüler des bilingualen Profils können für die Kursstufe Biologie als fremdsprachlich unterrichtetes Fach wählen. In der Abiturprüfung werden im Fach Biologie Prüfungsaufgaben auf Englisch vorgelegt und bearbeitet. Zusätzlich zum Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife erwerben die Schüler, die dieses Profil wählen, ein Zertifikat über das Bestehen der "Internationalen Abiturprüfung Baden-Württemberg". Die Kursstufe mit bilingualem Sachfachabitur hat den Unterricht in der Unter- und Mittelstufe der bilingualen deutsch-englischen Abteilungen als Grundlage. Bilingualer Unterricht in Biologie in der Klasse 10 (G8) ist Voraussetzung für die Wahl des schriftlichen Prüfungsfaches in der Kursstufe. Damit wird das bilinguale Schulprofil bis zur Abiturprüfung weitergeführt und die Abiturienten werden für internationale Studiengänge zusätzlich gefördert. Auch der Zugang zu Naturwissenschaften wird so gestärkt.

Alternativ kann nach Entscheidung der Schule in der Kursstufe ein Seminarkurs bilingual angeboten werden, der, verbunden mit dem Fach Englisch, zusätzlich zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife zu einem bilingualen Zertifikat des Landes Baden-Württemberg führt.

Momentan wird am FEG Sandhausen innerhalb einer AG für die Oberstufe auch eine Vorbereitung für das Cambridge Certificate (Advanced Level) angeboten, das über die Allgemeine Hochschulreife hinaus zum Studium in englischsprachigen Ländern qualifiziert und von englischsprachigen Universitäten weltweit als eine Eingangsvoraussetzung gefordert werden kann.

Mit der Reform der Oberstufe in Baden-Württemberg ab 2021 werden weitere Differenzierungen eingeführt.

  • Welche Kinder sind geeignet für das bilingualen Profil?

Die Teilnahme am bilingualen Profil bringt einen erhöhten Zeitaufwand mit sich und der Sachfachunterricht in der Fremdsprache ist eine intellektuelle Herausforderung für die Schüler. Für eine erfolgreiche Teilnahme am bilingualen Unterricht ist daher ein erhöhtes Maß an Motivation, Leistungsbereitschaft und Selbstständigkeit notwendig.

Organisation des bilingualen Profils in der bisherigen/alten Form:

Letztmalig für die Fünftklässler, die im Schuljahr 2018/2019 am FEG eingeschult wurden, und für Schüler, die derzeit nachträglich am FEG durch Zuzug in die Klassen 5 und 6 aufgenommen werden.

Bereits mit der Aufnahme in Klasse 5 am FEG wird die Aufnahme in das bilinguale Profil beantragt. Die Schulleitung entscheidet entsprechend der vorgelegten Halbjahresinformation der Klasse 4, Grundschule, welche Schüler in das bilinguale Profil aufgenommen werden.

In den Klassenstufen 5 und 6 erhalten die Schüler des bilingualen Profils verstärkt Englischunterricht, in dem der Stoff vertieft, die kommunikativen Fähigkeiten gefördert und die Inhalte des Sachfachunterrichts vorbereitet werden, um ein breites Fundament für den bilingualen Fachunterricht ab Klasse 7 zu erhalten. Dabei entfallen auf Klasse 5 zwei Stunden Englischunterricht mehr als im nichtbilingualen Profils mit regulären fünf Stunden Englisch und in Klasse 6 eine Stunde.

Ab der 7. Klasse sind die Fächerabfolge und die Stundenzahl im bilingualen Profil sowohl in der bisherigen als auch in der neuen Form gleich.

Was tun bei Interesse am bilingualen Zug des FEG?

Das Anmeldeformular für den bilingualen Zug am FEG ist am Informationsabend, online über die Schulhomepage www.feg-sandhausen.de   oder auf dem Schulsekretariat erhältlich. Zur Anmeldung muss die Halbjahresinformation in (unbeglaubigter) Kopie eingereicht werden. Aufgrund einer möglichen begrenzten Schülerzahl im bilingualen Zug liegt die letzte Entscheidung über die Teilnahme beim Friedrich-Ebert-Gymnasium. Ein Rechtsanspruch auf die Teilnahme besteht nicht.