Erster bilingualer Jahrgang  

Englisch bilingual am Friedrich-Ebert-Gymnasium Sandhausen

29.7.2014

Eine kleine Erfolgsgeschichte konnte mit dem Abiturjahrgang 2013/2014 am FEG zu einem ersten Finale gebracht werden: Der erste Jahrgang bilingual unterrichteter Schülerinnen und Schüler am FEG (deutsch-englische Abteilung) hat sein Abiturzeugnis in der Hand und bei zwölf Schülerinnen und Schülern gab es als Zusatzqualifikation das mittlere bilinguale Zertifikat, das mit der erfolgreichen Teilnahme am bilingual unterrichteten Seminarkurs zum Thema „Europa“ in der Jahrgangsstufe 1 absolviert worden war. Zehn weitere Schülerinnen und Schüler hatten durch ihre Teilnahme am fünfstündigen Biologiekurs auf Englisch in den Jahrgangsstufen 1 und 2 die Grundlage gelegt für den „Zenit“ bilingualen Lernens auf Englisch an Allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg, so Schulleiter Peter Schnitzler bei der Abiturverabschiedung im Juni 2014. Sie haben zusätzlich zur Allgemeinen Hochschulreife das „Internationale Abitur Baden-Württemberg“ bestanden.

Grundlage für dieses „Plus“, so Peter Schnitzler, sei die Einführung des bilingualen Zuges mit deutsch-englischer Abteilung am FEG Sandhausen, die als Idee im Jahr 2004 durch den ehemaligen Schulleiter Norbert Klevenz ans FEG gebracht worden sei. Profunde Kenntnisse des Englischen als lingua franca, als Medium zur Kommunikation zwischen Menschen weltweit, sei für alle Abiturientinnen und Abiturienten unabdingbar und die „Bilis“ am FEG seien durch einen Mehraufwand an Lernen, an Kenntnissen und an Kompetenzen dabei noch etwas sprachgewandter.

Es ist verständlich, dass mit diesem Plus nicht nur eine Zusatzqualifikation für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verbunden ist, sondern auch ein Mehraufwand an Organisation und Lehrerdeputatsstunden. Umsonst ist die Profilierung „bilingual“ nicht zu haben.

Begonnen wurde am Friedrich-Ebert-Gymnasium mit ungefähr sechzig Schülerinnen und Schülern in zwei Klassen vor acht Jahren unter der Klassenleitung von Maren Fahmi und Barbara Reske, die beide auch den Englischunterricht in den zwei „bili-„Klassen übernommen hatten. Die Fachschaft Englisch hatte sich an die Arbeit gemacht, zunächst für den verstärkten Englischunterricht in den Klassen 5 und 6 Inhalte zu erarbeiten, die zu der ersten Zieletappe, verstärkter Englischunterricht in der Unterstufe, führen würde. Mehr Rollenspiele, mehr Präsentationen, mehr Übungen in den vier Kompetenzbereichen des Fremdsprachenunterrichts u.a. sollten es beispielsweise sein. Das Lehrwerk war (und ist) bei den „Bilis“ und „Nichtbilis“ identisch. Ab Klasse 7 kam seither entsprechend der Festlegung am FEG Geographie bilingual auf den Stundenplan, wofür Herr Abeßer steht. Geschichte bili in den Klassen 8 und 10 liegt seit Beginn in den Händen von Frau Thomas und Herrn Müller-Praefcke. Gemeinschaftskunde unterrichten in der Klassenstufe 9 Frau Schweikert und Frau Waterstraat. Mit Biologie auf Englisch in den Klassen 9 und 10 wird die Grundlage für den fünfstündigen Biologieunterricht durch Frau Borger und Frau Jones gelegt. Den fünfstündigen Biologiekurs in der Jahrgangsstufe unterrichtet bisher Frau Jones; Frau Reske und Frau Schweikert sind für die bisherigen bilingual unterrichteten Seminarkurse zu den Themen „Europa“ bzw. „The British Isles“ in der Jahrgangsstufe 1 verantwortlich.

Mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 ist bilinguales Lernen am FEG in eine Phase der deutlichen Weiterentwicklung gegangen. Verbunden damit ist weiterhin ein zukunftsorientiertes Bildungsangebot, das die Erziehung zur Mehrsprachigkeit noch stärker in den Fokus nimmt. Die bilingualen Schülerinnen und Schüler ab der neuen Klassenstufe 5 werden nicht mehr wie bis dahin in individuellen bilingualen Klassen unterrichtet, sondern alle „Bilis“ rekrutieren sich aus den Klassen einer Klassenstufe und werden z. B. in der Phase des „verstärkten Englischunterrichts“ für diesen in „Bili“-Lerngruppen zusammengefasst. Diese Maßnahme der Qualitätssicherung erleichtert in den ersten bilingualen Lernjahren Übergänge zwischen bilingual und nichtbilingual, ohne bei einem solchen den Klassenverband verlassen zu müssen.

Thematische Schwerpunkte in der neuen Lerngruppe „Englisch, bilingual“ in der Klassenstufe 5 im Schuljahr 2013/2014 waren u.a. folgende:

  • my family

  • pets, wildlife, penguins

  • holidays, e.g. Halloween, Christmas, Carnival

  • first steps : geography

  • first steps: biology

  • story reading, story telling

  • acting out: sketch – Informationsveranstaltung “Englisch bilingual am FEG”

  • creative writing: autumn, spring (e.g. poem)

  • mini books (“Holiday”, “Journey”)

  • presentation: my home, my town, my state, my country

In Baden-Württemberg nehmen zunehmend mehr Gymnasien die Möglichkeit wahr, bilinguales Lernen anzubieten. Den stärksten Zuwachs haben dabei die deutsch-englischen Abteilungen, wobei sich hier auch die Möglichkeit abzeichnet, in den kommenden Jahren in den beiden Jahrgangsstufen je nach Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerdeputatsstunden u.a. fünfstündig Geschichte und Geographie neben Biologie anzubieten.

Zur Vertiefung des Angebots im Fach Englisch bietet das FEG eine zweistündige Arbeitsgemeinschaft „Cambridge Certificate in Advanced English (CAE) an, die auf das extern abzulegende, kostenpflichtige Examen vorbereitet, das viele Universitäten weltweit als Sprachnachweis fordern.

Für die Verleihung des Logos „Partnerschule für Europa“ an das Friedrich-Ebert-Gymnasium Sandhausen im Mai 2014 war bilingualer Unterricht eine sehr wichtige Voraussetzung. Bilingualer Unterricht am FEG ist also durchaus eine kleine Erfolgsgeschichte. Quod erat demonstrandum.


Verabschiedung des Abiturientenjahrgangs 2013/2014 am FEG Sandhausen

30.11.2016

Im Rahmen der Verabschiedung des diesjährigen Abiturjahrgangs wurde auch das neue Kapitel in der Geschichte des Friedrich-Ebert-Gymnasiums gefeiert, welches OStD Peter Schnitzler in seiner Rede als eine neue Profilierung bezeichnete, die nicht nur einen formalen Akt darstelle, sondern für alle Teilnehmer und das FEG als Schule ein Plus sei: Zehn Abiturienten haben - erstmalig am FEG - neben dem Abitur das „Internationale Abitur Baden-Württemberg", die höchste Stufe bilingualen Lernens, bestanden.

Grundlage für dieses „Plus", so P. Schnitzler, sei die Einführung des bilingualen Zuges mit deutsch-englischer Abteilung am FEG Sandhausen, die als Idee im Jahr 2004 durch den ehemaligen Schulleiter Norbert Klevenz ans FEG gebracht worden sei. Profunde Kenntnisse des Englischen als Medium zur Kommunikation zwischen Menschen weltweit, sei für alle Abiturienten unabdingbar und die „Bilis" am FEG seien durch einen Mehraufwand an Lernen, an Kenntnissen und an Kompetenzen dabei noch etwas sprachgewandter.

OStD Schnitzler vergaß nicht zu erwähnen, welchen Mehraufwand an Organisation und Lehrerdeputatsstunden die Profilierung „bilingual" mit sich gebracht habe. Mit rund sechzig Kindern in zwei Klasse haben man begonnen, im Schuljahr 2012/2013 hätten aus diesem Kreis die ersten zwölf Schüler das mittlere bilinguale Zertifikat durch ihre erfolgreiche Teilnahme am bilingual unterrichteten Seminarkurs erworben und elf weitere Schüler hätten durch ihre Teilnahme am fünfstündigen Biologiekurs auf Englisch in der Jahrgangsstufe die Grundlage für den „Zenit" bilingualen Lernens auf Englisch, das „Internationale Abitur Baden-Württemberg" gelegt - fast alle hätten durchgehalten. Der wahre Nutzen von Sprache werde sich für die Abiturienten nicht nur im Beruf, sondern im Umgang mit verschiedenen Kulturen in der ganzen Welt zeigen. Interkulturalität, Multikulturalität und Europafähigkeit stünden hier im Fokus, beschloss Peter Schnitzler seine Rede. Das FEG sei stolz auf diese Profilierung, die mit dem diesjährigen Abiturjahrgang nun zum ersten Mal alle Klassen- und Jahrgangsstufe erfolgreich durchlaufen habe.

Als Sprecherin des Abiturjahrgangs bezog sich Tiana Weidemaier auf das Abimotto des Jahrgangs „Abiwood". Die besten „Schauspieler" seien im Jahr 2006 beim Eintritt in die Klasse 5 des FEG gecastet worden.Nach einigen Drehpausen, Shots und divenhaftem Verhalten und mehr hätten, um im Bild der Filmsprache zu bleiben, die Schauspieler nun ihre Starqualitäten unter Beweis gestellt – die Klappe, die letzte, sei gefallen. Ob es für den Oscar im weiteren Leben reiche, werde sich noch erweisen müssen.

„Ein Hoch auf das, was vor Euch liegt" wünschte Charlotte Baumgartner als Vertreterin der Elternschaft am FEG. Das Abitur sei ein Meilenstein, das Lernen jedoch höre nicht auf. Nach einer Pause erführen die jetzigen Abiturienten weitere Dinge, erlernten Neues und dieses ein Leben lang. Dieses lebenslange Lernen, sei kein Schrecken, sondern ein Privileg, zu dem die Eltern und Lehrkräfte viel beigetragen hätten.

In seiner Rede stellte OStR Reinhold Weisbrod als Vertreter der Lehrkräfte die humorvoll gemeinte Frage, ob man sich angesichts all der „Unterdrückung" - gemeint waren auch die acht Jahre Unterricht am FEG - freuen dürfe und schlussfolgerte, dass man sich freuen müsse. Sinnvolle Neuerungen im Bereich der Bildungspolitik seien hier ein Bereich, die Aussicht auf das, was komme – jedoch „Vorsicht mit Prognosen!" - sei das andere.

Als ehemalige Schülerin des FEG sprach Daniela Beyer (M.A.) zum Thema "Europa". In diesem Europa, dessen Nutzen sich gerade für junge mobile Menschen in vielen Möglichkeiten zeige, komme der Nutzen der in der Schule erworbenen Sprachkenntnissenberuflich wie privat, zum Tragen.